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Huntingtonsche Erkrankung
Klinische Symptomatik
Die Chorea Huntington (HD, Huntington Disease) ist eine neurodegenerative Erkrankung, die meist im mittleren Lebensalter beginnt, sich jedoch in jeder Altersstufe manifestieren kann. Im Frühstadium der Erkrankung zeigen sich Bewegungsstörungen (Bewegungsunruhe, Hyperkinesien, unwillkürlich einschießende Bewegungen, besonders im Gesichtsbereich), Konzentrationsstörungen und eine nachlassende körperliche und psychische Belastbarkeit. Die Erkrankung ist progredient und führt zu schweren Dyskinesien, extremer körperlicher Unruhe sowie Gang- und Sprachstörungen. Es treten ferner eine zunehmende Demenz und Wesensveränderungen (Rückzug, Störungen des Antriebs, Depressionen, aber auch aggressive Verhaltensweisen) auf.
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Huntington disease-like 1 (HDL1, Gen PRNP),
- Huntington disease-like 2 (HDL2, Gen JPH3; insb. bei afrikanischer Abstammung),
- DRPLA, SCA3, SCA17, FTDP-17
- Neuroakanthozytose-Syndrome (McLeod-Syndrom, Chorea-Akanthozytose mit Akanthozyten im Blutausstrich).
Insbesondere bei sporadischen Fällen ohne positive Familienanamnese sollten metabolische Erkrankungen (z. B. Hyperthyreose, Morbus Wilson) oder seltene genetische Erkrankungen (z. B. Hallervorden-Spatz Syndrom) ausgeschlossen werden.
Genetik
Die Huntingtonsche Erkrankung wird autosomal dominant vererbt. Sie beruht auf einer CAG-Triplett-Repeatverlängerung im Gen HTT (Huntingtin) auf Chromosom 4p16.3.
Grundsätzlich gilt, dass eine größere Anzahl von Tripletts mit einem früheren Krankheitsbeginn und einer rascheren Progredienz verknüpft ist. Im Einzelfall ist eine exakte Voraussage bezüglich Krankheitsbeginn und -verlauf jedoch nicht möglich.
CAG-Tripletts von 36 bis 39 werden als Intermediär-Allele (Grauzonen-Allele) bezeichnet, da nur ein Teil der Träger dieser Allele erkrankt.
Die Chorea Huntington kann von einer Generation zur nächsten eine Antizipation der klinischen Symptomatik (Vorverlagerung des Krankheitsbeginns) aufweisen. Dies gilt insbesondere bei Vererbung durch den Vater, da die Triplettanzahl bei Vererbung über die männliche Keimbahn häufiger ansteigt als bei Vererbung über die weibliche Keimbahn. Normal-Allele werden von einer Generation an die nächste stabil vererbt.
| Triplett-Repeats | |
| Normalallel | < 27 |
| Prämutationsallel, meiotisch instabil |
27 - 35 |
| Pathologisches Allel, reduzierte Penetranz |
36 - 39 |
| Pathologisches Allel, volle Penetranz |
> 39 |
1 : 5 000 - 1 : 6 000
- Differentialdiagnostisch bei o. g. Symptomen, insbesondere bei Kombination von Bewegungsstörungen, Demenz und Wesensveränderung
- Prädiktiv: bekannte familiäre Belastung für HD: ein vorausgehendes genetisches Beratungsgespräch ist unverzichtbar
Parallele Sequenzierung mehrerer Gene
3-6 Wochen
