Sprechstunden/ Spezialsprechstunden am MGZ
Tel: 089 / 30 90 886 - 101
Hereditäre Motorisch-Sensible Neuropathie (MPZ/P0, CMT1B)
Diagnostik über folgende genetische Analyse(n)/Panel möglich
Klinische Symptomatik
Mutationen im Gen MPZ/P0 können unterschiedliche Formen von demyelinisierenden oder axonalen, autosomal dominanten Charcot-Marie-Tooth-(CMT)-Neuropathien verursachen. Je nach Genotyp kann es auch zu schwer verlaufenden Neuropathien des Kindesalters kommen, die mit dem Phänotyp einer Dejerine-Sottas-Neuropathie (DSN) bzw. einer kongenitalen Hypomyelinisierung (CHN) korrelieren.
Ebenso möglich sind mildere Verlaufsformen, die sich erst im späteren Kindes- bis Erwachsenenalter manifestieren (CMT1/HMSN1 bzw. CMT2/HMSN2).
Zusätzliche Symptome wie Taubheit oder Pupillenanomalien (Argyll-Robertson-Pupillen) werden ebenfalls beobachtet. In seltenen Fällen kann die Erkrankung auch einer tomakulösen Neuropathie (HNPP) nahezu gleichen. Die Nervenleitgeschwindigkeiten sind bei den frühkindlichen Formen meist hochgradig vermindert, bei den später manifestierenden Formen dagegen nur gering verzögert oder sogar normal und werden dann den axonalen Formen zugerechnet.
Genetik
Die mit Mutationen des Gens MPZ/P0 (Myelin Protein Zero) assoziierte CMT folgt einem autosomal dominanten Erbgang. Dieses Gen (6 kodierende Exons) liegt auf Chromosom 1q22.31. MPZ bildet den größten Anteil der Myelinstrukturproteine des peripheren Nervens und ist essentiell an der Kompaktierung des peripheren Myelins beteiligt.
MPZ-Mutationen lassen sich bei ca. 5 % der Patienten mit einer autosomal dominanten demyelinisierenden, axonalen oder intermediären CMT-Neuropathie nachweisen und stellen damit - nach der Duplikation von PMP22 und Mutationen des Gens GJB1 – mit die häufigste genetische Ursache dieser Erkrankungen dar.
O. g. HMSN Symptomatik, besonders bei familiärer Belastung
Parallele Sequenzierung mehrerer Gene
3-6 Wochen
